Mit dem neuen Klassensystem in Elementor 4 bringt der beliebteste WordPress Page Builder endlich ein Feature, das bislang Entwicklern vorbehalten war: ein strukturiertes, wiederverwendbares Designsystem. Wenn du deine Website künftig effizienter, sauberer und professioneller gestalten willst, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, dich damit zu beschäftigen.
In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du das Klassenmodell in Elementor richtig nutzt, um deine Website von Anfang an solide aufzubauen – inklusive erprobter Webdesign-Best-Practices für Typografie, Farben, Abstände und responsive Layouts.
Warum das Klassensystem ein Wendepunkt für Elementor ist
Bisher war Elementor vor allem visuell: Du hast jede Überschrift, jeden Button, jede Sektion individuell angepasst. Das funktionierte – war aber auf Dauer mühsam. Das neue Klassensystem ändert alles: Du kannst jetzt globale Designregeln erstellen, die du beliebig wiederverwenden kannst.
Ein Beispiel: Du legst eine Klasse btn-primary an, definierst Farbe, Schrift und Hover-Zustand – und weist diese Klasse dann allen Buttons zu. Willst du später die Farbe ändern, machst du das einmal – und alle Buttons auf der Website übernehmen das neue Design automatisch.
Das ist nicht nur praktisch, sondern ein riesiger Schritt in Richtung skalierbares, professionelles Webdesign. Agenturen, Freelancer und ambitionierte Website-Betreiber sparen damit Zeit, vermeiden Stilbrüche und behalten volle Kontrolle über das Erscheinungsbild.

Der richtige Start: Planung ist die halbe Miete
Ein gutes Klassensystem braucht ein solides Fundament. Bevor du loslegst, solltest du dein Designsystem festlegen. Das sind deine Farben, Schriftgrößen, Abstände und Breakpoints – quasi dein Styleguide.
1. Definiere dein Farbsystem
Farben sind das Rückgrat deines Brandings. In Elementor findest du unter Website-Einstellungen → Design-System → Farben den perfekten Ort, um sie festzulegen. Ich empfehle dir ein simples, skalierbares System mit einer Primärfarbe für CTAs, einer Sekundärfarbe für Akzente, neutralen Grautönen für Text und Flächen sowie einer Akzentfarbe für Hover oder Links.
Wichtig: Nutze Farben sparsam und konsistent. Zwei Hauptfarben plus ein Akzent reichen völlig aus.
2. Typografie: Das Fundament jedes guten Designs
Die Schriftgestaltung ist das visuelle Rückgrat deiner Website. Sie entscheidet über Lesbarkeit, Hierarchie und Professionalität. Ein modernes, gut lesbares Setup in Elementor könnte so aussehen:
Typografische Richtwerte:
- H1: 48–64 px Desktop, 32–40 px Mobile, Zeilenhöhe 1.1–1.2, Gewicht 700
- H2: 36–48 px Desktop, 28–32 px Mobile, Zeilenhöhe 1.2, Gewicht 600
- H3: 28–32 px Desktop, 24 px Mobile, Zeilenhöhe 1.3, Gewicht 600
- Absatz (Body): 18 px Desktop, 16 px Mobile, Zeilenhöhe 1.6, Gewicht 400
- Leadtext: 20–22 px Desktop, 18 px Mobile, Zeilenhöhe 1.5
- Kleiner Text/Meta: 14 px Desktop, 13 px Mobile, Zeilenhöhe 1.4
Verwende maximal zwei Schriftfamilien – eine für Überschriften, eine für Fließtext (z. B. Poppins und Inter). Speichere diese Werte in den Website-Einstellungen, damit du sie in Klassen wie heading-xl, heading-md, text-body oder text-muted verwenden kannst.
3. Abstände und Layout-Rhythmus
Ein einheitlicher Spacing-Rhythmus sorgt dafür, dass dein Design ruhig und geordnet wirkt. Lege dir eine einfache Skala fest – etwa Vielfache von 8 px: 4 px, 8 px, 16 px, 24 px, 32 px, 48 px, 64 px. Nutze sie als Grundlage für Padding, Margin und Grid-Gaps.
So hast du automatisch harmonische Proportionen. Definiere diese Werte in Utility-Klassen wie u-padding-md, u-margin-lg oder u-gap-md. So brauchst du später nie mehr manuell zu messen – dein Rhythmus bleibt konstant.
So nutzt du das Klassenmodell in Elementor Schritt für Schritt
Jetzt, wo dein System steht, geht es an die Umsetzung.
Schritt 1: Neue Klasse anlegen
Öffne ein Element (z. B. einen Button) im Editor. Im Style-Tab findest du das Feld „Class Name“. Dort gibst du den Namen deiner Klasse ein – etwa btn-primary. Danach gestaltest du das Element visuell: Farben, Schrift, Padding, Radius, Hover-Effekt. Sobald du die Klasse gespeichert hast, kannst du sie in jedem anderen Button wiederverwenden.
Das gleiche Prinzip gilt für Texte (text-lead), Überschriften (heading-xl), Abschnitte (section-hero) oder Formulare (form-input).
Schritt 2: Klassen kombinieren
Ein Element kann mehrere Klassen gleichzeitig haben. Ein Beispiel: Dein Hauptbutton hat btn-primary, aber auf einer dunklen Sektion brauchst du eine Variante mit weißer Outline. Dann kombinierst du btn-primary btn-outline-light – ohne neue Styles anlegen zu müssen. So baust du dir ein modulares System auf, das flexibel und skalierbar ist.
Schritt 3: Zustände festlegen (Hover, Focus, Active)
Jede Klasse kann mehrere Zustände enthalten – genau wie im klassischen CSS. Du klickst in Elementor neben der Klasse auf die drei Punkte, wählst „Hover“ oder „Focus“ und passt z. B. Hintergrundfarbe, Schatten oder Border an. So definierst du deine globalen Interaktionen zentral.
Schritt 4: Class Manager nutzen
Der Class Manager in Elementor 4 ist dein zentrales Steuerpult. Hier kannst du alle bestehenden Klassen sehen, sie umbenennen, nicht genutzte löschen oder Prioritäten festlegen, falls mehrere Klassen auf demselben Element liegen.
Pflege den Manager regelmäßig – das sorgt für Ordnung, besonders in größeren Projekten.
Praxisbeispiel: Ein professionelles Grundlayout aufbauen
Angenommen, du startest eine neue Website. Beginne mit einem klaren Grundgerüst. Der Header enthält dein Logo, Navigation und einen CTA-Button mit der Klasse btn-primary. Der Hero-Bereich nutzt section-hero für großzügiges Padding, heading-xl für die Hauptüberschrift und text-lead für den Untertitel.
Im Content-Bereich arbeitest du mit grid-3 für gleichmäßige Spalten und heading-md für Sektionstitel. Die Texte erhalten text-body. Der Footer nutzt section-dark und text-muted, damit sich alles harmonisch abhebt.
Wenn du all das einmal sauber mit Klassen anlegst, kannst du neue Seiten oder Landingpages in Minuten erstellen, ohne jedes Detail neu zu stylen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Viele Nutzer erstellen für jedes Element eigene Klassen – das widerspricht dem Prinzip der Wiederverwendbarkeit. Halte dein System kompakt und semantisch. Lieber wenige, aber durchdachte Klassen, die du universell einsetzen kannst.
Ein weiterer häufiger Fehler: Das Klassensystem erst spät einzuführen. Wenn du zehn Seiten ohne Struktur gebaut hast, kostet das nachträgliche Aufräumen Zeit. Fang also gleich beim ersten Entwurf mit einem klaren Plan an.
Und schließlich: Arbeite mit einer Testumgebung, bevor du auf einer Live-Site experimentierst. Elementor 4 ist mächtig, aber noch neu – ein bisschen Vorsicht lohnt sich.
Webdesign-Best-Practices für Elementor
Damit dein Klassensystem nicht nur technisch, sondern auch optisch überzeugt, solltest du ein paar grundlegende Designprinzipien beachten:
- Weißraum ist kein Platzverschwendung: Gib deinen Elementen Luft zum Atmen. Ein großzügiges Padding wirkt professioneller als dicht gedrängte Inhalte.
- Kontrast ist König: Text sollte immer mindestens 4.5:1 Kontrastverhältnis zum Hintergrund haben – sonst leidet die Lesbarkeit.
- Visuelle Hierarchie: Die H1 muss sich klar von H2 und H3 abheben, sowohl in Größe als auch im Gewicht.
- Maximale Textbreite: Für Fließtext gilt: 60–80 Zeichen pro Zeile sind ideal.
- Responsive Kontrolle: Überprüfe jede Seite auf Tablet und Smartphone. Passe Schriftgrößen und Spacing pro Breakpoint an – Elementor erlaubt das direkt pro Klasse.
- Konsistente CTA-Buttons: Verwende für alle Hauptaktionen denselben Button-Stil. Besucher müssen sofort erkennen, was klickbar ist.
Wenn du diese Prinzipien beachtest, sehen deine Websites nicht nur besser aus, sie funktionieren auch besser.
Fazit: Arbeite wie ein Profi – mit System statt Zufall
Das neue Klassensystem in Elementor 4 ist kein kleines Feature, sondern ein echter Wendepunkt. Es bringt Struktur, Effizienz und Konsistenz in deinen Designprozess. Wenn du deine Website von Anfang an mit klaren Typografien, konsistenten Farben und durchdachten Klassen planst, arbeitest du schneller und erreichst ein durchgehend professionelles Ergebnis.
Das spart nicht nur Zeit, sondern verbessert auch das Nutzererlebnis – und genau das ist es, was Google liebt.
Wenn du die volle Kontrolle über dein Designsystem willst, solltest du direkt auf Pro setzen. Dort bekommst du Theme-Builder, dynamische Inhalte, WooCommerce-Layouts, Popups, Formulare und natürlich das komplette Klassensystem.
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